Meine Kochausbildung im Militär!

Kompanie...! Achtung!!! ...und der Platz steht still! Meine Ausbildung im Militär.

 

Ein schlechter Ruf von früher eilt der Militärküche und dem Essen im Militär voraus. Nein! Ich kann genau das Gegenteil davon erzählen, da ich meine Lehre beim Bund auf dem Waffenplatz in Bremgarten AG (CH) absolviere. 

 

Leidenschaft, Kreativität und Qualitätsbewusstsein zeichnen den Kochberuf aus. Aber wie ist das Essen im Militär? Ganz einfach! Komplett abhängig von demjenigen, der am Herd steht und unterschiedlich viel von seiner zivilen Kochausbildung gelernt und profitiert hat. 

 

In meiner Lehrzeit treffe ich viele verschiedene Kompanien an, welche als Durchdiener, WK oder Offiziersaspiranten ihren Dienst absolvieren (immer wieder andere Köche und Küchenchefs). Dies kann für einen sehr herausfordernd aber auch sehr interessant sein, dies bedingt aber auch, dass vom Auszubildenden ein grosses Interesse am Kochberuf, eine starke Bereitschaft zum Lernen sowie ein starker Willen vorhanden ist. 

 

Das beeindruckendste an der Ausbildung beim Bund finde ich persönlich, dass man als Angestellter sowie als Angehöriger der Armee mit ganz unterschiedlichen Menschen aus allen Ecken der ganzen Schweiz zu tun hat. Dies fördert nicht nur unglaublich stark die persönliche Offenheit und Kameradschaft, sondern kann indirekt die Kenntnisse in einer weitere Landessprache im Zusammenhang mit dem Dienst schulen. 

 

Auch der Fachlehrer Truppenhaushalt Stefan Possehl meint: "Die Kochlehre in der Armee ist ein sehr interessanter Bestandteil eines beruflichen Werdegangs. Eine unglaublich zielorientierte Ausbildung. Als Beispiel sind die obligaten Praktika. Besuch bei diversen Lieferanten, Involvieren bei Spezialbanketten im Raum Schweiz, fachkompetente Ansprechpersonen in allen Situationen sowie Wettbewerbsteilnahmemöglichkeiten und und und... welche die Ausbildung in der Armee einzigartig macht." Jeder, der die Lehre in der Armee absolviert, ist sicherlich in seinem Beruf standhaft und wird sich behaupten können.

 

Wir Lernenden beim Bund haben die Chance, während unserer Lehrzeit jeweils 6-8 Wochen weg von der Kaserne in einem zivilen Gastronomiebetrieb zu arbeiten und unseren persönlichen Horizont zu erweitern. Dadurch können wir neue Verpflegungskonzepte kennen lernen, unsere à la carte-Erfahrungen sammeln oder gar Kontakte für die spätere zivile Arbeitswelt knüpfen. 

 

Stabsadjutant Daniel Marti, Chef SACT und Eidg dipl Küchenchef / PL meint ebenfalls: "Die Lehre im Militär ist eine gute Sache! Da der Bund als Arbeitgeber die Lernenden in verschiedenen zusätzlichen Bereichen ihrer Grundausbildung unterstützt, ermöglicht er ihnen die verschiedenen Fassetten des Berufes kennen zu lernen. Besonders die angehenden Miliz-Küchenchefs können während ihrer Ausbildung von einem zusätzlichen und zivil anerkannten Abschluss als Berufsbildner profitieren, da sie mit den zivilen Lernenden eng zusammenarbeiten." 

 

 

Als Lernende werden wir nicht nur von Zeitmilitär-Küchenchefs und erfahrenen zivilen Leitern Verpflegungszenter geschult, sondern dürfen auch von den Führungs - und Fachkompetenzen angehenden Kader profitieren. Ganz speziell finde ich noch, dass wir Auszubildenden während der Lehrzeit mit Soldaten zu tun haben, welche zivil unter Umständen einen anderen Beruf in der Lebensmittelbranche wie z.B. Fleischfachmann, Bäcker -Konditor, Konditor-Confiseur, Lebensmitteltechnologe etc. ausüben. Dadurch erhalten wir ganz neue individuelle Einblicke und können ebenfalls nur davon profitieren. 

 

Meine Ausbildung im Militär ist einzigartig, zielorientiert und spannend zugleich! Folgende Bilder zeigen Ergebnisse aus einem zusätzlichem überbetrieblicher Kurs (IWE), welcher in der Kochlehre bei der Armee obligatorisch ist.