Interview mit Soldat Bürgel

Nach abgeschlossener Lehre startete Claude Bürgel die Pilot-Rekrutenschule für Kochtalente beim Ausbildungszentrum Verpflegung in Thun. Der engagierte Koch wird anschliessend die Ausbildung zum militärischen Küchenchef beginnen.

 

Sie waren einer der ersten, die vom neuen Pilot-Rekrutenschulmodell für Kochtalente profitieren konnten. Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?

Am ersten Tag in diesem Modell definierten wir unsere Erwartungen für die kommenden Wochen. Wenn ich diese jetzt anschaue, sehe ich, dass diese definitiv erfüllt wurden. Die Zeit im Ausbildungszentrum Verpflegung hat mir die Chance gegeben, mich weiter zu entwickeln – kulinarisch wie auch persönlich.

 

Welche Inhalte wurden Ihnen während der RS vermittelt?

Sehr viele! Besonders während den ersten Wochen der allgemeinen Grundausbildung. In Freiburg (anm. Nachschub-Rekrutenschule 45) wurden uns die wesentlichen Dinge wie Ordnung, Disziplin, Durchhaltewillen und nicht zuletzt die Kameradschaft vermittelt. Während der RS wurden wir an diversen militärischen wie auch zivilen Anlässen eingesetzt. Durch die Zusammenarbeit mit den sehr fachkundigen Vorgesetzten sammelten wir Tag für Tag neue Eindrücke, Ideen und Inspirationen. Ausserdem hatten wir die Möglichkeit, uns kochtechnisch an fachspezifischen zivilen Kochkursen zu verbessern und unser Wissen weiter zu vertiefen.

 

Würden Sie dieses Modell weiterempfehlen?

Ja, unbedingt. Dieses Modell birgt für einen Koch gute Chancen und man lernt viel, was sodann auch im Zivilen von Nutzen sein kann. Es ist eine Gelegenheit, sich intensiv mit der Küche auseinander zu setzen. Trotzdem muss man sich bewusst sein, dass auch einiges gefordert wird, um überhaupt für dieses Modell rekrutiert zu werden. Auch muss in der Rekrutenschule selbst die geforderte Leistung erbracht werden. Disziplin, Motivation und Lernbereitschaft sind Grundvoraussetzungen, welche unbedingt mitgebracht werden müssen.

 

Während Ihrer RS konnten Sie an verschiedenen Anlässen mitwirken, ein Gewinn für Sie?

Ja, ich denke schon. Genau hier sind die Lerneffekte für uns am grössten. Wir lernen praxisnah solche Events zu planen, durchzuführen und flexibel auf Probleme zu reagieren. 

 

Bekamen Sie Rückmeldungen der Gäste?

Die Rückmeldungen waren durchwegs positiv. Die Qualität des Essens wurde sehr geschätzt.  Auch die Rekrutenschule für Kochtalente an sich kommt bei vielen gut an.

 

Welche positiven Aspekte können solche Einsätze für die Armee haben?

Gerade im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sind solche Engagements sehr sinnvoll. Die Schweizer Bevölkerung will informiert sein, was die Armee macht. Mit solchen Anlässen hat die Armee die Chance, genau dieses Bedürfnis zu stillen und der Bevölkerung aufzuzeigen, welche qualitativ gute Arbeit von den Soldaten jeden Tag geleistet wird.

 

Sie aspirierten für die Funktion des Küchenchefs?

Richtig. Ich denke, die Unteroffiziersschule bietet mir eine einmalige Chance, mich in diversen Belangen als Koch und als Person einen grossen Schritt vorwärts zu bringen und mich persönlich zu entwickeln. Durch die Unteroffiziersschule bekomme ich die Möglichkeit, mich in vielen Bereichen wie Führungstechnik, Ausbildungsmethodik und Verantwortung zu entwickeln. Beim Abverdienen habe ich dann die Chance, das Gelernte anzuwenden und als Küchenchef das Küchenteam zu führen und Führungserfahrung sammeln. Ich bin sicher, davon kann ich auch im Zivilen profitieren. Es ist eine wertvolle Ausbildung, welche ich als eine weitere Chance sehe und ich mit hoher Motivation angehen werde.

 

Warum sollte ein junger Koch die militärische Funktion des Truppenkochs einschlagen?

Eine gute, gesunde und genügende Verpflegung in der Kaserne sowie extern auf dem Feld ist ein wesentlicher Bestandteil für die Motivation und der Leistungsfähigkeit der Truppe. Wir Truppenköche haben aus meiner Sicht ein Privileg, da wir genau dies beeinflussen können, deswegen trage ich mein Funktionsabzeichen mit Stolz.